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Das
„Leißlinger Eierbetteln“
Ein Ausflug nach Leißling
lohnt sich aber nicht nur wegen seiner schönen Umgebung,
sonder auch deshalb,
weil in Leißling alljährlich im Frühjahr ein uraltes
Volksfest gefeiert wird, das „Leißlinger Eierbetteln“
Die Entstehung des „Leißlinger Eierbettelns“
und wie es zum ersten Mal gefeiert wurde,
ist heute nicht mehr genau feststellbar. Man vermutet
aber, dass es schon während der Zeit des
30-jährigen Krieges entstanden ist.
Die damals sehr abergläubischen Menschen beschworen die
Guten Geister, welche alle Not von ihnen abwenden
sollten.
Die Bauern zogen mit einer angezogenen Strohpuppe
durch das Dorf zur Saale, um sie dort zu versenken.
Man hoffe, so von den bösen Kräften
„gereinigt“ zu sein.
Erste Berichte über solche Bräuche, auch als
Todesaustreiben bezeichnet, gibt es aus unsrer
Gegend schon vom Jahre 1318.
Noch heute gilt die Strohpuppe oder der Strohbär als
Symbol
des „Leißlinger
Eierbettelns“,
auch wenn seine damalige Bedeutung heute nicht mehr im
Vordergrund des Volkfestes steht.
Auch das Ei, das Sinnbild des Lebens, hatte die
Überwindung des Todes als Bedeutung.
In früheren christlichen Jahrhunderten wurde der Zins in
Eiern gezahlt, den so genannten Bonifainseiern.
Folgende alte Legende lässt dann auch auf den heutigen
Namen „Eierbetteln“
schließen:
Einmal im Jahr durfte
der Hirt durchs Dorf ziehen und sich symbolisch von den Bauern seine Arbeit mit Eiern oder anderen Naturalien vergüten
lassen.
Vergaß er diesen „Heischegang“ (Bittgang), wurde er von allen verhöhnt.
Auch heute noch ziehen die Leißlinger Eierbettler
alljährlich in ihrem „Heische-Umzug“ durch
das Dorf.
Das Fest veränderte sich im Laufe der Jahrhundert, einige
Bräuche und Symbole blieben Erhalten,
manches kam neu dazu oder wurde verändert.
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Tagesablauf:
Am Sonntag nach Pfingsten beginnt frühmorgens um
6.00 Uhr das Volksfest mit dem Fröhlichen Wecken der Einwohner durch die
Blasmusikanten und den „Austrommeln“.
Ab 8.00 Uhr erscheinen die jüngsten Eierbettler zum
„Kindereierbetteln“ in lustigen Verkleidung auf den Dorfstraßen.
Um 10.00 Uhr beginnt
der farbenprächtige Kinderumzug, voran der Vorstand
der Eierbettler und die Blaskapellen.
Ab 14.00 Uhr herrscht dann ein reges buntes Treiben
auf den Straßen unseres Dorfes.
Kostümierte, maskiert, singende und tanzende
Gruppen ziehen fröhlich durchs Dorf
und auf selbstgebauten Bühnen finden originelle
Shows statt.
Während dieses bunten Treibens ziehen
die eigentlichen Eierbettler in ihrem
traditionellen Heischegang von Haus zu Haus,
voran
die Leißlinger Blasmusikanten mit dem Vorstand.
Vor fast jedem Haus gibt es ein Ständchen und die
Kassierer mit ihren großen Tragekörben erhalten dafür Eier,
Geld oder andre Gaben.
Der Höhepunkt des Tages
ist um 18.00 Uhr, ein abschließender farbenprächtiger und
stimmungsvoller Festumzug durch das Dorf, mit allen Beteiligten, welche
jetzt unmaskiert sind. Das Ziel ist die „Thüringer Pforte“, wo der
Umzug mit einen „Austanz“ endet. |
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